Für ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender gewinnt das Thema neue Aktualität: «Das ZDF wird die Konsequenzen dieses virulenten Moments der deutschen Nachkriegsgeschichte weiter erforschen und recherchieren«[…]
Dass die Polizei beim Schah-Besuch tatenlos zuschaute wie die Leute des persischen Diktators auf Demonstranten einprügelten ist wahrscheinlich auch Stasi-Männern geschuldet? Wer weiss, vielleicht müssen wir auch Deutschland neu bewerten, hinsichlich einem bisher verneinten Plus an Demokratie? Mehr Demokratie als man annahm und nur ein Haufen überdrehter Studenten die sich die politischen Hörner abstossen wollten?
Wie dem auch sei, betrachten wir es mal als Tatsache, dass Ohnesorg von einem Stasi-Mann erschossen wurde — bleibt einem bei einer Behörde auch eine Alternative?1 Nur was bitte schön möchte der Knoppsche ZDF-Trupp recherchieren? Das überlassen wir dann doch besser den Profis, sprich ausgebildeten Historikern und weniger eingebildeten Journalisten. Und jene Historiker geben sich selten mit eindeutigen Aussagen zufrieden, welche zudem noch viele Jahrzehnte zurückliegen und meist auch nur von den Medien, ob Mangels an Verständnis, derart kommuniziert werden.
Andererseits ist die BStU auch für eine wenig gute Zusammenarbeit bekannt und soll zumindest bis anno 2007 noch viele ehemalige Stasi-Mitarbeiter beschäftigt haben. Gerät bei dieser Sachlage ein Historiker wirklich in Verzückung? Ist die Birthler-Behörde überhaupt vertrauenswürdig? Wir sahen zwei unselige, inhumane Zäsuren in der Deutschen Geschichte und ebenso häufig lebte der Sumpf in späteren Jahrzehnten fort und verhinderte bzw. verhindert eine tatsächliche, u.U. weitaus schmerzhaftere, historische Aufarbeitung.
Die Bundesrepublik bleibt bis zu einem gewissen Grad ein Sumpf, welchem auch die heutigen zunehmend unfreiheitlichen Umtriebe geschuldet sind.
- anzunehmen ist, daß die Rosenholz-Akten mehr Informationen brachten — diese wurden anno 2003 von den USA offeriert und gaben Aufschluss bezüglich diverser Stasi-Leute [↩]
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