H1N1 Hysterie, Mauerfall … es regnet
Muß man nicht mehr viel zu sagen, oder? Die Medien haben es geschafft und inzwischen haben tatsächlich Kranke Probleme beim Arzt überhaupt vorzusprechen. Egal, die H1N1-Hysterie erfuhr just eine nette Zäsur in Form der Wiedervereinigung, respektive der Laudatio auf den stattgefundenen Mauerfall anno 89. Unerträglich meiner Meinung nach, im ersten Moment eine willkommene Abwechslung, inzwischen bluten Augen und Ohren ebenso ob fortschreitender Geschichtsklitterung und das schon nach gerade erst einmal zwanzig Jahren. Diverse Stimmen fordern sogleich die Einstellung der Aufarbeitung, denn das Dritte Reich genügt eigentlich für das schlechte Gewissen. Einige würden auch nur allzugerne gänzlich diese unliebsame Vergangenheit Deutschlands tilgen. Fett schwimmt immer oben und wie schon seit dem Dritten Reich bewahrheitet sich dieser Umstand auch wieder einmal in der heutigen Zeit, wer in einem Deutschen Regime der Elite angehörte, der fiel auch in bundesrepublikanischen Gefilden nicht wirklich tief. Wirklich tief fielen nur jene die unter der Verfolgung litten …
Vergessen wir also die Hexenjagden, sprechen wir eine Generalamenstie aus und ziehen einen Schlußstrich. Liebe Leute, historische Aufarbeitung ist kein Malleus Maleficarum des Jetzt, Aufarbeitung fördert den Diskurs in der Gesellschaft, die Grundlage der Freiheit. Aber Geschichte ist ohnehin etwas für Turnbeutelvergesser, Humanismus etwas um die Dritte Welt zu maßregeln. Schlagen wir also mit der Keule des Vergessens zu, der Mensch definiert sich zwar mittels eines Geschichtsbewußtseins, aber wer ist heute schon wirklich Mensch und handelt dementsprechend gegenüber seinen Mitmenschen? Lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit.
Wie konnte dies alles also geschehen? Muß man die Frage tatsächlich noch beantworten? Tatsächlich genügt doch ein Blick zurück … vielen jedoch ist dieser nicht mehr möglich. Was soll also dieses scheinheilige Getue? Panem et circenses: hier mal ein wenig Panik, dort ein wenig Glückseligkeit, man lebt in den Tag hinein, vergißt das Gestern, die Politik frohlockt ob der willfährigen Masse und hier regnet es.
